Anders als immer

14.Mai.2020 | Allgemein

Ein Text von Pauline Füg

 

Anders als immer

 

Es ist anders als immer.

Es ist ruhig geworden in den Kleinstadtstraßen.

Kein Ballspielen in Parkanlagen.

Es gibt jetzt Menschen, die Masken tragen.

Jemand hat die Zeit angehalten.

Nachts ist es leise. Keine Schattengestalten.

 

Es ist anders als immer,

leere Plätze, leere Straßen,

man muss Abstand halten beim Warten.

Es ist anders als immer,

auf den Spielplätzen kein Kinderlachen

dafür erste Pflanzen,

die sich durch stillgelegte Sandkästen brachen.

 

Es ist anders als immer,

leere Plätze, leere Straßen

neben Frühlingswiesen,

auf denen man fast alleine um die Wette rennt.

Auf denen leise Blumen sprießen.

Und man hofft, dass man die Zukunft kennt.

Und man lässt Pusteblumen fliegen.

 

Und: Du kannst jetzt Regenbogen zählen.

Ein Farbenmehr im Weltgeschehen.

Rot, Orange, gelb und grün.

Blau und Indigo kannst du jetzt sehen.

Und du kannst Hoffnung und Zuversicht wählen.

Du kannst den blauen Himmel sehen.

Wie sich die das Azur mit Nachtblau mischt,

wie Türkis im Dunst zu hellem Blau verwischt.

 

Es ist anders als immer.

Es ist ruhig geworden in den Kleinstadtstraßen.

Kein Ballspielen in Parkanlagen.

Es gibt jetzt Menschen, die Masken tragen.

 

Auch wenn die Plätze leerer sind,

wenn die Dinge nicht fair sind,

Wenn alles anders ist als immer,

kannst du dich an die Kinder erinnern.

Kannst du dich an den Himmel erinnern.

Kannst du in deinen Gedanken neue Möglichkeiten finden:

 

Halte inne, atme ein, atme aus.

Mach die Fenster auf.

Lass die Sonne hinein.

Fühl den Sonnenschein.

Lass den Himmel noch blauer sein.

 

„Du darfst den Mut nicht verlieren“

schreibt das Licht im Schatten an die Wand.

„Kannst du die Sonnenstrahlen spüren?“

fragt ein Kind an deiner Hand.

 

Lass uns wie Kinder sein.

Wir stehen immer wieder auf, wenn wir laufen lernen.

Lasst uns wie Erfinder sein,

und auch wenn jemand sagt: „Unsere Zukunft steht doch in den Sternen“,

dann antworte ruhig:

„Aber, hey, Sterne sind so schön

und dort oben können wir die Milchstraße funkeln sehen.“

 

Denn es ist anders als immer.

Doch gleich bleibt:

Ohne Schatten kein Licht und

nach der Nacht kommt der Tag!

 

 

 

Das Leben in Zeiten von Corona- Ein Text von Pauline Füg, produziert von Inka Lezius. Der Text ist urheberrechtlich geschützt und darf nur mit Genehmigung der Autorin losgelöst vom Video zitiert oder anderweitig genutzt werden.

 

Bild: Hebi B. auf pixabay

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